Comfort-Matic Getriebe
Gangwahl W

Unser Wohnmobil hat den 3,0 l Motor mit 156 PS, sowie das automatisierte IVECO Agile 6 Gang Schaltgetriebe ( Comfort - Matic ), welches das Kuppeln und Schalten automatisiert übernimmt. Das technisch gesehene normale Schaltgetriebe wird elektronisch gesteuert dabei hydraulisch betätigt.

Die Schaltbefehle kann man natürlich aber auch manuell geben ( mittels diesem “Joystick” im linken Bild ) , ohne das eine Kupplung betätigt werden muss.

Nach links gedrückt ( Tastfunktion ) kann man “Handsteuerung = Manuell” oder Automatik umschalten. Aber auch auf Manuell ist einiges anders, denn wenn man im 5. Gang anhält, würgt man den Motor nicht ab, sondern es wird automatisch in den 1. Gang geschaltet.

Allerdings wird auf der Stellung “manuell” nicht automatisch “hoch geschaltet”.Über die schwarze Taste kann und muss die Schalt - Charakteristik verändern, wenn man Berge fährt !

Die Schaltpunkte des Getriebes werden dann anders angepasst, ansonsten bleibt man am Berg stehen und das Fahrzeug muss am Berg angefahren werden, was letztlich Kupplungsbelag kostet und letztlich bekommt man auf diese Art dann die Kupplung schnell kaputt.


Ein “Gefälle Sensor” bremst mit dem Getriebe bei Bergfahrten vernünftig ab, die Rückrollbremse verhindert das unkontrollierte Rückwärtsrollen des Fahrzeugs. Wir fahren in den Bergen fast stets “manuell” d.h. schalten selber. Ich habe mehrere 6 Gangfahrer gesprochen und alle haben mir dringend geraten, ein automatisiertes Schaltgetriebe zu kaufen, anstatt ein manuelles. Nach knapp 40 tausend km kann ich nur sagen, gut das ich das Geld ausgegeben habe.

Man kann sich ganz auf das Fahren konzentrieren und die Fahrt genießen, ohne ständig schalten zu müssen. Alle Vorteile eines mechanischen Schaltgetriebes bleiben erhalten, dass Getriebe ist lediglich mechanisch - hydraulisch ohne Kupplung treten zu schalten.

Als wir uns vor dem Kauf beraten ließen, sagte man uns, dass Vorteile und Nachteile beim automatisierten Schaltgetriebe bestehen, ein 100 % iger Kraftschluss und damit ein optimierter Verbrauch gerade bei längeren Fahrten ist ein PRO, Anfahren am Berg und Rangieren zum Beispiel ein KONTRA ( automatisiertes Schaltgetriebe ./. Wanderautomatik ).

Meine Meinung ist, besser als ein manuelles Schaltgetriebe, schlechter als eine Wandlerautomatik und man muss damit umzugehen wissen, d.h. wie bei allem darüber nachdenken, dass bei steilen Bergen es Vernünftiger ist “selbst die Entscheidungen zu treffen”.


Natürlich soll man nie beide Pedale ( Gas und Bremse ) gleichzeitig betätigen, daher verwendet man nur den rechten Fuß.

Beim Starten stets das Bremspedal drücken, falls durch einen Schaltfehler “ein Gang drin ist” haftet der Hersteller nicht, wenn die Bremse nicht betätigt wird. Erst das Bremspedal und das stehende Fahrzeug sagt dem Getriebe, in den Leerlauf, ansonsten schaltet er in den ersten Gang zum anfahren und wartet auf eine Betätigung des Gaspedal.

Wenn man manuell schaltet, bedeutet dies nicht zu 100 % das der Schaltroboter das auch macht, was man vorgibt, deshalb nennt Fiat das schalten auch “Gang vorschlagen”. Beispiel: Wenn man im 3. Gang fährt und anhält, wird das Getriebe automatisch in den 1. Gang zum anfahren geschaltet, auch wenn man im “manuellen Modus” ist.


Das automatisierte IVECO Agile 6 Gang Schaltgetriebe, schaltet manchmal “in Störung” bzw. ab. Dies passiert uns regelmäßig wenn wir z.B. mit 110 km/h von Fulda nach Kassel fahren und die steilen Kasseler Berge werfen die “Automatik raus”.

Wir wissen allerdings, dass auch BMW Fahrzeuge etc. diesen Effekt kennen ( Suchworte:  Getriebestörung Kasseler Berge )

Entweder wird das Getriebe zu heiß oder warum auch immer, plötzlich schaltet das Getriebe ab.

In diesem Fall hilft Gasgeben leider nicht, denn das Fahrzeug nimmt auch kein Gas mehr an.

Abhilfe schafft nur, kurzes antippen der Fussbremse und dann Gas geben oder den Schaltknopf nach links “Automatik aus, Handsteuerung ein” und dann wieder nach mal antippen “Automatik wieder ein, oder Schaltheben nach vorn ( Leerlauf ) und dann wieder auf Vorwärtsfahren.

Egal was man macht, dann schaltet das Getriebe wieder in den richtigen Gang und alles ist wieder in Ordnung.

FIAT teilt zu diesem Problem mit, dass gesetzliche Vorgaben dies leider verursachen und empfielt diese steilen Berge mit “manueller Schaltung” zu befahren, d.h. die Automatik abzuschalten und die Befehle mit dem elektronischen Joystick von Hand zu geben.

Tatsächlich tritt das Problem dann nicht auf.

Der Fiat Tipp, vorher die “up” bzw. Steigungstaste zu drücken, habe ich noch nicht ausprobiert, angeblich soll der “Fehler” dann ebenfalls nicht auftreten. Fiat sieht dies nicht als Fehler sondern es sei bewusst so Programmiert.


Das automatisierte IVECO Agile 6 Gang Schaltgetriebe ( M40 CV6 ) muss sehr große Kräfte übertragen, was bei niedrigen Drehzahlen zusätzlich bei einer Drehzahlbedingten verminderten Schmierung ( und damit auch Kühlung der “schrägverzahnten” Zahnräder ) führt, die zu einer Überlastung führen können.

Die Zahnräder werden auch axial stark beansprucht, wodurch bekanntlich die Kugellager mit Kunstoffkäfig versagen. Angeblich sind in Freizeitmobilen ( 44/60 Zähne ) andere Getriebe, als im Transporter mit 37 / 67 Zähnen verbaut worden, wobei sich das “Freizeitgetriebe” durch frühe und häufige Ausfälle bemerkbar macht.

Eine Möglichkeit die Lebenserwartung zu erhöhen, kann durch eine kleine Menge zusätzlichen Getriebeöl, z.B. 0,1 Liter ( also 3 anstatt 2,9 Liter ) und auch öfter mal das Getriebeöl zu erneuern um eine verbesserte Schmierung und Wärmeabfuhr zu erreichen. ( Jede 75 tsd km )

Zusätzlich ist beim 3l Motor ein Kugellager mit Kunstoffkäfig verbaut, welches auf zu hohe Temperaturen empfindlich reagiert. Auch die Kabelbaumstecker ( Commonrail Steuerkabel ) machen Probleme, Kontaktspray kann helfen.


Das automatisierte IVECO Agile 6 Gang Schaltgetriebe hat etwa drei mal bei uns “Fehlfunktionen” gezeigt. Das erste mal ausgerechnet auf den Kanaren, auf der Insel La Gomera in den Bergen. Ich weiß, das es vor dem Vorfall  “piepste, danach schaltete das Getriebe nicht mehr und eine Warnleuchte, Getriebefehler Werkstatt aufsuchen ging an.

Wir riefen den ADAC an und meldeten dies, man sagte uns das Problem sei bekannt, man solle den Schnellverschluss am Minuspol abmachen und einige Minuten warten, dann wieder anklemmen und alles sei wieder in Ordnung. Gemacht und tatsächlich, die Blockierung wurde aufgehoben, das Getriebe schaltete in “N” und ging wieder einwandfrei.


Zum Getriebeölwechsel muss das Luftfiltergehäuse demontiert werden, an das man schlecht heran kommt. Die Einfüllöffnung des Getriebes öffnen und danach an der Unterseite die Ablassschraube. Altöl auffangen und möglichst lange austropfen lassen. Verschlussschraube reinigen und mit neuem Dichtungsring wieder einschrauben ( Vielleicht zusätzlich Flüssigdichtung wie Dirko verwenden, Schraube nicht zu stark anziehen max. 25 NM ) Drei Liter vollsynthetisches Getriebeöl “Petroas Tutela SAE 75 W - 85” ( Preis ca. 10 € / Liter ) mit einem Trichter und Schlauch einfüllen ( oder Trichter und Rohr ) obere Schraube eindrehen ( Dirko ? ), Luftfiltergehäuse mit möglichst einem neuem Luftfilter ( ca. 10 € )  montieren - fertig.

Ich bin der Ansicht jede 75 tsd km sollte das Getriebeöl erneuert werden, zumindest mir ist mein Getriebe neues Öl für 30 € wert.


Hydraulikölwechsel und Druckspeicher Erneuerung

Das Getriebe wird hydraulisch geschaltet, das Hydrauliköl sollte spätestens alle 48 tsd km bzw. alle 2 Jahre erneuert werden. Empfohlen wird im Netz neben dem Original z.B. Liqui Moly LM 1124.

Druckspeicher nach 8 Jahren erneuern, Vorsicht hoher Druck entweder Akku abklemmen und mehrere Tage stehen lassen oder über Steuerbefehle ( Diagnostik System ) Option Druck abbauen anwählen.